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Appenzeller Zeitung - Appenzellerland: 30. März 2009

Aufs Huhn gekommen



In der neuen Ausstellung der Galerie am Landsgemeindeplatz in Trogen widmen sich sechs Künstler und Künstlerinnen dem Thema «Allerlei Hühnereien». Die Vielfalt von Techniken und Themen beeindruckt.

Urs Merz

Trogen. Passend zur Osterzeit ist die Galerie im Dorfkern von Trogen aufs Huhn beziehungsweise aufs Ei gekommen. Bis am 9. Mai zeigen sechs Künstlerinnen und Künstler in einer abwechslungsreichen Sammelausstellung ihre Arbeiten rund um Hähne, Hühner und Eier. Am letzten Freitag war Vernissage. Marc Wilmes, der mit seiner Frau Bernadette die Galerie betreibt, stellte vor rund 30 Besucherinnen und Besuchern die Kunstschaffenden und die Werke vor.

Hühner tanzen
Mittelpunkt der Ausstellung ist die fast zwei Meter hohe und bewegbare Skulptur «Hühnertanz». Auf Knopfdruck beginnen zwei Reihen Hühner aus Draht ihr Spiel, bewegen ihre Hälse und Köpfe in wildem Rhythmus auf und ab, angetrieben von einem Elektromotor und einer ausgeklügelten Mechanik. Die Schöpfer der Skulptur, Susanne Brefin und Werner Angst aus Flawil, präsentieren auch statische Drahthühner, einzeln oder in Gruppen von zwei bis fünf – jeweils äusserst fein aus einem Stück gearbeitet.

Charly Bühler aus Saland stellte schon vor 20 Jahren erste impressionistische Eier-Bilder aus. In Trogen ist er mit grossformatigen Acryl-Öl-Gemälden und Aquarellen, die mit sicheren Strichen, kräftigen Farben und Ausdruckskraft überzeugen, vertreten. Bühler hat bei den Hühnern überraschende Analogien zu den Menschen gefunden, wie etwa Hackordnung, Hierarchie und Imponiergehabe. Aus diesen Ähnlichkeiten komponiert er witzig-freche, auch karikaturistische Hühnerbilder aus der Menschenwelt mit Titeln wie «Businesslunch» oder «s 'Lumpehuen».

Mit Präzision geschnitten
Ganz im Kontrast zu den farbigen Gemälden stehen die Scherenschnitte von Jolanda Brändle aus Friedlingen bei Mosnang. Die ehemalige Kindergärtnerin ist heute Bäuerin und Mutter von acht Kindern. Für die «Schererei» setzt sie jede freie Minute ein. Dabei schafft sie filigrane Kunstwerke, die mit viel Geduld, äusserster Präzision und einem schelmischen Augenzwinkern aus schwarzem Papier geschnitten sind. Sie zeigen vermenschlichte Hühner in Alltagssituationen, so etwa als Trachtenhühner, im Kosmetikstall oder am Velorennen. Barbara Gfrerer aus Illighausen ist Glasbläserin mit einem eigenen Atelier. Ihre Hennen, Güggel und Eier, zu Gruppen zusammengestellt, verraten handwerkliches Geschick und ein gutes Auge für humorvolle Details. Die Werke sind halb oder ganz durchsichtig. Ein spärlicher Umgang mit Farben verleiht ihnen Leichtigkeit. Echte Federn, als Füllmaterial in den Eiern oder appliziert an den Hühnern, runden das Gesamtbild ab.

Lokale Künstlerin vertreten
Auch eine Trogner Künstlerin ist an der aktuellen Ausstellung beteiligt. Vreny Unger, sonst zusammen mit ihrem Gatten Hermann bekannt für geschnitzte und bemalte Miniaturen, hat Eier von Hühnern, Enten und Gänsen kunstvoll verziert. Im Stil der klassischen Bauernmalerei sind feinst gearbeitete landschaftliche und bäuerliche Motive entstanden, aber auch Tiere und Blumen.

Galerie am Landsgemeindeplatz Dauer: bis Samstag, 9. Mai Öffnungszeiten: Freitag 14–18 Uhr, Samstag 9–13 Uhr www.art-trogen.ch