Home
nächste Ausstellungen
Kontakt
Wir über uns
Presse
Werner Meier und Sylvia Geel
Ingrid Koss Staff - art 66
Werner Meier und Sylvia Geel
Stéphane Schweizer
Geschenk-art
Leo Sutter - Natalia Kaya-Zwissler
Karin Aeschlimann_Alexander Sascha Wolff: Grund
Frauenpower-Powerfrauen stellen aus
Kuh-art - Sammelausstellung mit amüsanten Viechereien
Heinz Zellweger-Skulpturen und Reliefs
allerlEi HühnerEien
Mark Staff Brandl - Prelude
Werner Meier - Silvesterchlausen
engelhaftes Trogen
Eröffnungsausstellung
Archiv
     
 

Ingrid Koss Staffa:

Arbeiten im Grenzbereich von Natur und Kultur.

"Ein harter, steiniger Weg"

Die Galerie am Landsgemeindeplatz in Trogen zeigt über die nächsten zwei Wochen einen Querschnitt durch Ingrid Koss Staffas Werk. Es ist zugleich eine Geburtstagsausstellung und ein Arbeitsjubiläum: Koss Staffa wird heuer 66 Jahre alt und sie malt seit 40 Jahren.

Guido Berlinger-Bolt

Waldstatt/Trogen.
Ein wunderbarer Arbeitsplatz: Farbe überall und Form, Kraft und Entspannung, Licht und Lichtreflexion. Ingrid Koss Staffa gewährt uns Einblick in ihr Atelier und in ihr Schaffen. Bemalte Flaschen und Fassdauben und Äste und Schwemmholz und Bilder in allen erdenklichen Formaten. Überall ragt Natur ins Blickfeld: Auf ihren ausgedehnten Wanderungen mit ihrem Hund Pablo gefunden, leben Stein und Holz in einem ganz neuen Kontext weiter, werden Stein und Holz zu Verweisen aus einer grafisch-abstrakten Anderswelt zurück in die Gegend um Waldstatt.
Dort lebt sie seit langem, die Künstlerin, die sich selber nicht gerne ins Zentrum stellt. Denn dort, so Ingrid Koss Staffa, soll Raum sein für ihr Werk. Es ist eines, das von einem weiten Weg zeugt, eines, das nicht einfach so aus dem Nichts und mitnichten mit links entstand.

Hohe Ansprüche
«Ich befand mich ständig auf der Suche nach Perfektion und nach einem Weg, mehr Ausdruck in meine Arbeiten zu geben», blickt Ingrid Koss Staffa zurück und erwähnt eine Konstante, die immer wieder ernüchternd, bisweilen wohl auch frustrierend gewesen sein musste, eine Konstante indes, die für ihr Schaffen letztlich eine ungeheure Fruchtbarkeit bedeuten musste: «Ich war nie ganz zufrieden mit dem Geschaffenen.» Der permanente Zweifel am eigenen Werk, dieser «harte, steinige Weg» (O-Ton Koss Staffa) brachte sie weiter.
Am Anfang waren es Bleistift-Arbeiten, Rötel, Kohle, Farbstifte, den Zeichenblock immer in der Tasche, fertigte Ingrid Koss Staffa am liebsten Karikaturen an. Später kamen Gouache-Arbeiten, naturalistisch mit einem Hang zur Abstraktion.
Erste zufällige Aufträge für Theaterkulissen und Malereien auf Schaufenstern mit Märchen und Geschichten kamen später hinzu. Im Hinterkopf jedoch immer der Anspruch: «Ich muss besser werden. » Also begann Ingrid Koss Staffa bei verschiedenen Künstlern und Lehrern zu lernen, zuerst an der Migros-Clubschule in Lichtensteig, später als langjährige Schülerin beim bekannten Kunstmaler Josef Eggler, welcher wegleitend für ihr zukünftiges Kunstschaffen war. Die fortlaufende Beschäftigung mit Zeichnen und mit der Malerei schulte ihr Auge: Figürliches sowie Aktzeichnen standen auf dem Lehrplan. Priorität genoss die perspektivische Umsetzung und die Genauigkeit. Bis ihr das zu eng wurde.
Ingrid Koss Staffa vergleicht ihre Situation damals mit der eines Schmetterlings, der seine Puppe zerreisst und ausbricht. Sie habe hart an ihrer Entfaltung gearbeitet, sagt sie heute. Sie erzählt von schlaflosen Nächten, von Niederlagen, und davon, dass jede Niederlage ihr neuen Schub gegeben habe – bis sie ihren Weg gefunden hat. Und jetzt, da wir uns in ihrem Dachatelier umschauen, sind wir versucht zu sagen: Was sie gesucht hatte, war das Suchen und Finden an sich. Heute nimmt das Experiment viel Raum in ihrer Arbeit ein; Versuche mit Naturfarben, Acryl, mit Fäden, Kohlestücken aus dem Cheminée, Lack, Leim, Teer, Schwemmgut, Steinen und unzählige dünne Schichten von Farbaufträgen; allesamt Versuche, Tiefe, Leuchtkraft und Struktur darzustellen.
Der Abschied vom rein Flächigen nämlich führte zu einem «Drahtseilakt», wie sie es umschreibt, zu einem Tanz zwischen abstrakter und figürlicher Malerei. Ein Bild das durchaus seinen Charme besitzt – und dies, ohne gleich den Natur-Kultur-Gegensatz ins Spiel bringen zu müssen.

Der Weg in dritte Dimension
In den letzten Jahren fand Ingrid Koss Staffa einen Weg jenseits der Staffelei: «Ich suchte nach Kraft – dabei machte es plötzlich <Klick> und es entstand etwas ganz Neues.» So beschreibt sie ihren Weg in die dritte Dimension: Fassdauben, Glasflaschen, Sturm- und Treibholz verleiht sie Gesichter und Körper, ja mit der teilweisen Beweglichkeit ihrer Objekte schafft sie beinahe Szenisches.
Dieser Tage fallen Koss Staffas Geburtstag und «Arbeitsjubiläum» zusammen: 66 Jahre alt wird sie; seit 40 Jahren zeichnet und malt sie. Grund genug, eine Werkschau zu halten. Die Galerie am Landsgemeindeplatz in Trogen zeigt ab heute und bis am 27. März die breite Palette ihres Schaffens.

Ausstellung vom 12. bis 27. März; Öffnungszeiten: freitags 14 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr, oder nach telefonischer Vereinbarung; Vernissage ist kommenden Sonntag, 14. März, von 15 bis 18 Uhr; www.art-trogen.ch.