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28. Mai

bis

12. Juni 2010


Die heimische Bergwelt einmal anders,


Bilder in Aquarell von Ursula Engler,
in Öl von Othmar Peter,
Fotografien von Christian Fitze
ergänzt durch den Alpsegen ab DVD von Hans Aeschlimann.


Ursula Engler
 
«Das Weglassen und nur das Wesentliche zu malen ist mein Ziel.
Ich nehme von einem Ort nur etwas ganz Typisches heraus, den Rest gestalte ich mit Formen und Farben.»

Diese Aussage kennzeichnet die aktuelle künstlerische Entwicklung von Ursula Engler.

Ursula Engler
 
Seit über 35 Jahren beschäftige ich mich aktiv mit Malerei. Malen ist mir in dieser Zeit ein grosses Bedürfnis geworden und ich investiere sehr viel Zeit und Energie in die Weiterentwicklung meiner Kunst. Das Erschaffen von neuen Bildern, Farbkompositionen und Skizzen bereitet mir sehr viel Freude und Genugtuung. Flächen, Schrift und Farben sind die aktuellen Schwerpunkte meiner Arbeit. Der Betrachter soll durch die fehlende Gegenständlichkeit eingeladen werden die Schlichtheit zu erkennen. 
Ich möchte Stimmungen einfangen und diese mittels Einfachheit und Klarheit wiedergeben. Ich versuche nur eine Sequenz eines Gegenstandes anzuschneiden, alles andere komponiere ich nach meinem eigenen Empfinden. Das gleichzeitige Weglassen und doch Erkennen einer Idee steht im Vordergrund. Ich verwende helle und warme Farben, die mit dem Weiss des Papiers zu einer harmonischen Komposition verschmelzen sollen. Meine Landschaftsmotive suche ich vor Ort, lege dann oft nur eine Skizze an. Das Arbeiten draussen ist eine Art Momentaufnahme. Der Grossteil meiner Bilder entsteht in meinem Atelier. Oft wähle ich nur einen Ausschnitt aus den ersten Skizzen aus und bearbeite diesen solange, bis er am besten zu Geltung kommt. Meine Maltechnik habe ich in den vielen Jahren meiner Arbeit entwickelt. Ich arbeite aus dem Hintergrund heraus. Meine Bilder beginnen mit farbigen Flächen und ich baue diese weiter auf, bis ein Bild entsteht. Meine Erfahrung erlaubt es mir, nichts vorzeichnen zu müssen. Der Malprozess beansprucht viel Zeit und Geduld. Oft tragen mich aber gerade lange Malprozesse zu einer neuen Idee. Obwohl ich schon so lange male, lerne ich nie aus und entdecke immer wieder neue Dinge, die es sich lohnt weiter zu verfolgen.

Othmar Peter  

„Malerei als Versuch der Zurückführung auf das einfache, nicht spektakuläre Motiv: das Suchen nach der Ausdruckskraft des Unaufgeregten, vielleicht auch des Gewöhnlichen, die Freude am herben Charme des einsam Stillen. Nicht die offenkundige Schönheit als das Höchste, sondern die verhüllte. Nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern das gebrochene Zwielicht im Fels, der brüchige mit Moos bewachsene Fels; der mit den Widerwärtigkeiten der Zeit im Gespräch stehende, knorrige Baum. Es geht dann um die Grazie des durch das Schicksal in die Einsamkeit Gedrängten, die sich in der Hülle des Unscheinbaren versteckt; es geht in der Malerei wie im Leben um die herbe Schlichtheit, die das wirklich Schöne erst offenbart.“
(Aus: Texte zur Malerei, O. Peter)

Othmar Peter

Seit über dreissig Jahren beschäftige ich mich mit der Landschaftsmalerei, zu der ich im Kunstunterricht des Lehrerseminars Zugang gefunden hatte. Schon von Beginn weg faszinierten mich die Lichtreflexe, Lichtspiele des Momentes, das vibrierende Beben in verschiedensten Landschaften, mit denen ich mich oft in thematischen Serien beschäftige. Waren es zu Beginn vor allem voralpine (etwa das Hochmoor von Rothenthurm) oder französische Landschaften, denen ich mich zuwandte, so sind es in den letzten Jahren vornehmlich südliche Motive, die mich faszinieren.

So etwa die Bildserien zur Landschaft südlich von Les Baux mit dem Versuch, das Grün der Landschaft in möglichst atmosphärischer Dichte auf die Leinwand zu bringen, den Rhythmus einer sich in die Ferne verlierenden Landschaft aufzunehmen und ihn mit jenem des eigenen Inneren zu verbinden. Idealerweise führt die bei der Verarbeitung solcher Impressionen angewendete Maltechnik zu einem dichten Netz von Farben und Strukturen, die sich aus der Distanz zu einem (neuen) Ganzen zusammenfügen.  

Ein Motiv, das mich immer wieder anspricht sind Küstenlandschaften. Die durch das Zusammentreffen der Naturelemente erzeugte Intensität soll Antwort finden in malerischen Umsetzungen, die einmal die Auflösung, ein andermal ein kraftvolles Entgegensetzen bewirken sollen. Die grossformatigen Bilder entstehen meist in eintägigen Sitzungen. Die Arbeit wird in Acrylfarbe primavista grundskizziert und in einem zweiten Schritt in schnelltrocknender Oelfarbe weitergeführt. Im Atelier werden schliesslich die dem Bild Tiefe vermittelnden Lasuren gesetzt.

Die Auseinandersetzung mit dem Bild ist oft auch begleitet durch Texte und Gedichte, die ebenso vor Ort entstehen. Sprache kann dabei, in dialogischer Weise genutzt, zur Verdichtung und Intensivierung bildnerischer Eindrücke beitragen, manchmal dann aber auch zu einer eigenständigen Auseinandersetzung und zu einem Klärungsversuch mit den grundlegenden Fragen, die sich aus der Betrachtung ergeben, führen.

Christian Fitze fängt mit seinen Fotografien den Augenblick ein.
Seine vorwiegend schwarz/weisse gestalteten Bilder strahlen Ruhe und Besinnlichkeit aus.

Ein eindrückliches Dokument für die Qualität seiner Arbeiten ist das Fotobuch „CHANGE YOUR FOCUS“.
Steine faszinieren ihn und bilden den Mittelpunkt seiner fotografischen Werke.
Tauchen Sie ein in diese tiefgründige Welt voller Ruhe und Stille.

Christian Fitze: Die Fotografie veränderte seine Wahrnehmung seit seinem zwölften Lebensjahr. Zuerst mit einer Kodak Instamatic, schon bald mit Nikon Kameras, später mit der Hasselblad, dann vorwiegend mit einer 8x10" Arca Swiss und heute immer mehr digital.
 "Steine drängen sich seit meiner Jugend immer  wieder in mein Blickfeld. Zu Beginn oft gigantisch, laut und in kontrastreichen Strukturen, mit der Zeit häufiger in stilleren aber nicht minder kraftvollen Tönen. Das Bild eines Schweisshundes, der einer Fährte bis zum Ziel folgt, taucht als Bild in mir auf, wenn ich meine fotografische Arbeitsweise beschreiben soll.

Hin und wieder entdecke ich überrascht die Bildaussage bestimmende Elemente erst im fertig ausgearbeiteten Print: Geschenke des Himmels, welche ich während dem intensiven Ausloten des Bildausschnittes nicht wahrgenommen habe.“ Technik Mit allen erdenklichen Tricks habe ich früher versucht das Optimum an Bilanz und Tonwertreichtum aus Kleinbild-, später aus Rollfilmnegativen herauszupressen. Die Handlichkeit dieser Kamerasysteme führte bei mir zu einer Unmenge von Variantenbelichtungen. Glücklicherweise bin ich beim Aufnahmeformat von 20x25 cm gelandet, dessen Unhandlichkeit mir wieder mehr Freiheit gewährt. Nein, dies ist kein Widerspruch: ich verwende auf meinen fotografischen Streifzügen lediglich den optischen Sucher einer alten Laufbodenkamera. Damit lässt sich der definitive Kamerastandort sehr leicht einkreisen, ohne der Verführung des Auslösens zu erliegen. Die Bilder reifen zuerst im Kopf ohne Kamera; ist diese dann definitiv aufgebaut, belichte ich in der Regel ein einziges Negativ, dem die volle Konzentration bei der ganzen Verarbeitung gilt. Die Qual der Wahl der „richtigen“ Variante für die Ausarbeitung eines Prints entfällt. (Zitat: Christian Fitze)

Der Trogener Hans Aeschlimann arbeitet mit einer manuell einstellbaren Spiegelreflex Kamera ohne Autofocus mit Canon FD Objektiven auf Diafilm.               
Der weitgereiste und vielseitig interessierte Hans Aeschlimann baute im Laufe der Jahre eine umfangreiche Diasammlung mit den Themen Natur und Landschaft auf.  
Während zahlreicher Wanderungen in den Alpstein sind Bilder entstanden, welche die besonderen Stimmungen der Appenzeller Landschaft festhalten. Einmalige Momentaufnahmen von zauberhafter Ausstrahlung.