Bilder
in Aquarell von Ursula
Engler, in Öl von Othmar
Peter, Fotografien vonChristian Fitze ergänzt
durch den Alpsegen ab DVD von Hans Aeschlimann.
Ursula
Engler
«Das
Weglassen und nur das Wesentliche zu malen ist mein Ziel. Ich nehme
von
einem
Ort nur etwas ganz Typisches heraus, den Rest gestalte ich mit Formen
und
Farben.»
Diese Aussage kennzeichnet die aktuelle künstlerische
Entwicklung von
Ursula Engler.
Ursula
Engler
Seit über
35 Jahren beschäftige ich mich aktiv mit Malerei. Malen ist mir in
dieser Zeit
ein grosses Bedürfnis geworden und ich investiere sehr viel Zeit und
Energie in
die Weiterentwicklung meiner Kunst. Das Erschaffen von neuen Bildern,
Farbkompositionen und Skizzen bereitet mir sehr viel Freude und
Genugtuung.
Flächen,
Schrift und Farben sind die aktuellen Schwerpunkte meiner Arbeit. Der
Betrachter soll durch die fehlende Gegenständlichkeit eingeladen werden
die
Schlichtheit zu erkennen. Ich möchte Stimmungen einfangen und diese
mittels Einfachheit und Klarheit wiedergeben. Ich versuche nur eine
Sequenz
eines Gegenstandes anzuschneiden, alles andere komponiere ich nach
meinem
eigenen Empfinden. Das gleichzeitige Weglassen und doch Erkennen einer
Idee
steht im Vordergrund. Ich verwende helle und warme Farben, die mit dem
Weiss
des Papiers zu einer harmonischen Komposition verschmelzen sollen.
Meine
Landschaftsmotive suche ich vor Ort, lege dann oft nur eine Skizze an.
Das
Arbeiten draussen ist eine Art Momentaufnahme. Der Grossteil meiner
Bilder
entsteht in meinem Atelier. Oft wähle ich nur einen Ausschnitt aus den
ersten
Skizzen aus und bearbeite diesen solange, bis er am besten zu Geltung
kommt.
Meine
Maltechnik habe ich in den vielen Jahren meiner Arbeit entwickelt. Ich
arbeite
aus dem Hintergrund heraus. Meine Bilder beginnen mit farbigen Flächen
und ich
baue diese weiter auf, bis ein Bild entsteht. Meine Erfahrung erlaubt es
mir,
nichts vorzeichnen zu müssen. Der Malprozess beansprucht viel Zeit und
Geduld.
Oft tragen mich aber gerade lange Malprozesse zu einer neuen Idee.
Obwohl ich
schon so lange male, lerne ich nie aus und entdecke immer wieder neue
Dinge,
die es sich lohnt weiter zu verfolgen.
Othmar
Peter
„Malerei
als Versuch der Zurückführung auf das einfache, nicht spektakuläre
Motiv: das
Suchen nach der Ausdruckskraft des Unaufgeregten, vielleicht auch des
Gewöhnlichen, die Freude am herben Charme des einsam Stillen. Nicht
die
offenkundige Schönheit als das Höchste, sondern die verhüllte. Nicht
der
unmittelbare Glanz der Sonne, sondern das gebrochene Zwielicht im
Fels, der
brüchige mit Moos bewachsene Fels; der mit den Widerwärtigkeiten der
Zeit im
Gespräch stehende, knorrige Baum. Es geht dann um die Grazie des durch
das
Schicksal in die Einsamkeit Gedrängten, die sich in der Hülle des
Unscheinbaren versteckt; es geht in der Malerei wie im Leben um die
herbe
Schlichtheit, die das wirklich Schöne erst offenbart.“ (Aus: Texte
zur
Malerei, O. Peter)
Othmar Peter
Seit über dreissig Jahren
beschäftige ich mich mit der
Landschaftsmalerei, zu der ich im Kunstunterricht des Lehrerseminars
Zugang
gefunden hatte. Schon von Beginn weg faszinierten mich die
Lichtreflexe,
Lichtspiele des Momentes, das vibrierende Beben in verschiedensten
Landschaften, mit denen ich mich oft in thematischen Serien
beschäftige.
Waren es zu Beginn vor allem voralpine (etwa das Hochmoor von
Rothenthurm)
oder französische Landschaften, denen ich mich zuwandte, so sind es in
den
letzten Jahren vornehmlich südliche Motive, die mich faszinieren.
So
etwa die Bildserien zur Landschaft südlich von Les Baux mit dem
Versuch, das Grün der Landschaft in möglichst atmosphärischer Dichte
auf die
Leinwand zu bringen, den Rhythmus einer sich in die Ferne verlierenden
Landschaft aufzunehmen und ihn mit jenem des eigenen Inneren zu
verbinden.
Idealerweise führt die bei der Verarbeitung solcher Impressionen
angewendete
Maltechnik zu einem dichten Netz von Farben und Strukturen, die sich
aus der
Distanz zu einem (neuen) Ganzen zusammenfügen.
Ein Motiv, das mich
immer wieder anspricht sind Küstenlandschaften. Die durch das
Zusammentreffen
der Naturelemente erzeugte Intensität soll Antwort finden in
malerischen
Umsetzungen, die einmal die Auflösung, ein andermal ein kraftvolles
Entgegensetzen bewirken sollen. Die grossformatigen Bilder entstehen
meist in
eintägigen Sitzungen. Die Arbeit wird in Acrylfarbe primavista
grundskizziert
und in einem zweiten Schritt in schnelltrocknender Oelfarbe
weitergeführt. Im
Atelier werden schliesslich die dem Bild Tiefe vermittelnden Lasuren
gesetzt.
Die
Auseinandersetzung mit dem Bild ist oft auch begleitet durch Texte und
Gedichte, die ebenso vor Ort entstehen. Sprache kann dabei, in
dialogischer
Weise genutzt, zur Verdichtung und Intensivierung bildnerischer
Eindrücke
beitragen, manchmal dann aber auch zu einer eigenständigen
Auseinandersetzung
und zu einem Klärungsversuch mit den grundlegenden Fragen, die sich
aus der
Betrachtung ergeben, führen.
Christian Fitze fängt mit seinen Fotografien
den Augenblick ein. Seine vorwiegend
schwarz/weisse gestalteten Bilder strahlen Ruhe und Besinnlichkeit aus.
Ein
eindrückliches Dokument für die Qualität seiner Arbeiten ist das
Fotobuch
„CHANGE YOUR FOCUS“. Steine faszinieren ihn und bilden den
Mittelpunkt
seiner
fotografischen Werke. Tauchen Sie ein in diese tiefgründige Welt
voller
Ruhe
und Stille.
Christian Fitze: Die Fotografie
veränderte seine Wahrnehmung seit seinem zwölften Lebensjahr. Zuerst mit
einer
Kodak Instamatic, schon bald mit Nikon Kameras, später mit der
Hasselblad, dann
vorwiegend mit einer 8x10" Arca Swiss und heute immer mehr digital.
"Steine drängen sich seit meiner Jugend immer wieder in mein
Blickfeld. Zu Beginn oft
gigantisch, laut und in kontrastreichen Strukturen, mit der Zeit
häufiger in
stilleren aber nicht minder kraftvollen Tönen. Das Bild eines
Schweisshundes,
der einer Fährte bis zum Ziel folgt, taucht als Bild in mir auf, wenn
ich meine
fotografische Arbeitsweise beschreiben soll.
Hin
und wieder entdecke ich überrascht die Bildaussage bestimmende Elemente
erst im
fertig ausgearbeiteten Print: Geschenke des Himmels, welche ich während
dem
intensiven Ausloten des Bildausschnittes nicht wahrgenommen habe.“
Technik
Mit
allen erdenklichen Tricks habe ich früher versucht das Optimum an Bilanz
und
Tonwertreichtum aus Kleinbild-, später aus Rollfilmnegativen
herauszupressen.
Die Handlichkeit dieser Kamerasysteme führte bei mir zu einer Unmenge
von
Variantenbelichtungen. Glücklicherweise bin ich beim Aufnahmeformat von
20x25
cm gelandet, dessen Unhandlichkeit mir wieder mehr Freiheit gewährt.
Nein, dies
ist kein Widerspruch: ich verwende auf meinen fotografischen Streifzügen
lediglich den optischen Sucher einer alten Laufbodenkamera. Damit lässt
sich
der definitive Kamerastandort sehr leicht einkreisen, ohne der
Verführung des
Auslösens zu erliegen. Die Bilder reifen zuerst im Kopf ohne Kamera; ist
diese
dann definitiv aufgebaut, belichte ich in der Regel ein einziges
Negativ, dem
die volle Konzentration bei der ganzen Verarbeitung gilt. Die Qual der
Wahl der
„richtigen“ Variante für die Ausarbeitung eines Prints entfällt. (Zitat:
Christian
Fitze)
Der Trogener Hans Aeschlimann arbeitet mit
einer manuell
einstellbaren Spiegelreflex Kamera ohne Autofocus mit Canon FD
Objektiven auf
Diafilm.
Der
weitgereiste und vielseitig interessierte Hans Aeschlimann baute im
Laufe der
Jahre eine umfangreiche Diasammlung mit den Themen Natur und Landschaft
auf.
Während
zahlreicher Wanderungen in den Alpstein sind Bilder entstanden, welche
die
besonderen Stimmungen der Appenzeller Landschaft festhalten. Einmalige
Momentaufnahmen von zauberhafter Ausstrahlung.